Unser Projekt Vereinswiese

"Streuobstwiesen pflegen wie zu Opas Zeiten"


Die Gemeinde Buggingen hat der Fachwart-vereinigung Markgräflerland eine Wiese zur Bewirtschaftung zur Verfügung gestellt. Hier erstellt die Fachwartvereinigung eine "Muster-Obstwiese" in vielerlei Hinsicht. Im November 2018 haben die angehenden Fachwarte für Obst und Garten unter fachkundiger Anleitung 15 Bäume gepflanzt. Es handelt sich um hochstämmige Apfel- und Birnbäume traditioneller Badischer Sorten. Die meisten von ihnen wurden bereits vom Großherzogtum Baden empfohlen. Alle Bäume werden noch mit Schautafeln versehen. Ziel ist es, interessierte Bürger einen frei zugänglichen Schaugarten zu bieten. außerdem soll die Anlage der Ausbildung im Obstbaumschnitt dienen. Die Obstwiese soll naturverträglich bewirtschaftet werden und somit Lebenraum für viele Tiere und Pflanzen werden.

Den aktuellen Zustand seht ihr im Bild anbei. Hintergrundinformationen und die Entstehungs-geschichte könnt ihr weiter unten lesen.


Projekfinanzierung

Wettbewerb Edeka Südwest "Lebendige Landschaft und Lebensmittel: Heimat und Biotopverund"


Wir machten uns gar keine großen Hoffnungen, als wir uns im Frühjahr 2018 bei Edeka Südwest für den Wettbewerb anmeldeten. Wir hatten eine gute Idee, einen Traum als Verein eine eigene Streuobstwiese anzulegen und nach unseren Vorstellungen zu gestalten. Und dann im April, kam die große Überraschung, dass wir als einer von 26 Gewinnern auserkoren wurden! 3.000 € bekommen wir als Startgeld für unsere Wiese in Buggingen. Die Preisverleihung fand am 08.10.2018 zusammen mit dem Bürgermeister Herr Ackermann im Edeka Buggingen statt. Wir freuen uns wahnsinnig und bedanken uns hier nochmal herzlich für die Möglichkeiten, die uns durch Edeka Südwest und auch der Gemeinde Buggingen gegeben wurden!

 

 


Biotopverbund und Landwirtschaft

Der Wert einer Streuobstwiese


Streuobstwiesen sind traditionelle, extensiv genutzte Obstwiesen, bestehend aus Hochstammbäumen die mit großen Abständen (10 x 10 m) gepflanzt werden. In Baden-Württemberg gibt es auf 116.000 ha circa 9,3 Mio. Streuobstbäume (MLR 2014). Dennoch ist seit den 1960er die Hälfte aller Streuobstbäume verschwunden. Durch Förderung des Erwerbobstbaus, der Verwendung größerer Maschinen und der steigenden Nachfrage nach großen, makellosen Früchten als Tafelobst, mussten viele Streuobstflächen den Industrieobst  weichen oder werden wie viele andere landwirtschafltiche Flächen am Ortsrand überbaut. Die noch bestehenden Wiesen, sind oft in keinem guten Erhaltungszustand, da die nötigen Pflege-maßnahmen nicht mehr durchgeführt werden. Selbiges gilt für die Ersatzpflanzungen. Mit dem Verlust der Obstwiesenbestände geht auch der Verlust von Obstsorten einher. Wichtige Eigenschaften die z.B. bei der Resistenzzüchtung von Bedeutung sein könnten, gehen damit verloren

 

Bei einer ungestörten Entwicklung erreichen die Obstbäume je nach Sorte ein Alter von bis zu Apfel bis zu 100, Birnen bis zu 200 Jahren. Bis zu 5000 Tier- und Pflanzenarten aus unterschiedlichen Lebensraumtypen können auf einer Streu-obstfläche vorkommen. Arten wie Wendehals, Grauspecht oder Steinkauz sind auf das Leben in Streuobstwiesen spezialisiert, finden dort Nahrungs- und Brutgrundlagen und sind auf das Vorkommen solcher Flächen angewiesen.

 


Biotopverbund im Markgraeflerland


In Südbaden existiert die Modellregion Biotopverbund Markgräflerland (MOBIL). Dieses Projekt beschäftigt sich mit der Umsetzung des Biotopverbundes innerhalb der Region Mark-gräflerland (siehe Infoleiste links). Maßnahmen sollen gezielt innerhalb der Korridorflächen umgesetzt werden, um einen Biotopverbund herzustellen. Unsere Vereinswiese selbst liegt in einem Korridor für  Lebensraumtypen trockener

und mittlerer Standorte des landesweiten Biotopverbundes (s Bild). Die Notwendigkeit eines Biotopverbundes ergibt sich mehr denn je, da die Intensivierung der Landwirtschaft voranschreitet, immer mehr naturnahe Flächen verschwinden und auch bisher unberührte Randstrukturen wie Ackerfeldstreifen und Feldhecken dem Fortschritt weichen müssen. Der damit einhergehende Artenschwund, durch neue Studien belegt, führt zu einer aktuellen medialen Aufmerksamkeit („Insektensterben – Ein ökologisches Armageddon“ Zeit Online 18.10.17;  Hallman et al. 2017). Der Erhalt und die Neuschaffung von Biotopstrukturen ist das Ziel des Biotopverbundes. Da es viele verschiedene Lebensraumtypen gibt die einerseits an Extremstandorte angepasst sein können (extrem trocken, extrem nährstoffarm, extrem feucht), oder unterschiedliche Habitate nutzen, ist es essentiell eine hohe Struktur- und Biotopvielfalt zu schaffen um möglichst vielen Arten gerecht zu werden.


Unser Projekt


Der Ausgangszustand war einfaches Grünland gebettet in der Rheinischen Hügelebene zwischen Weinreben, Heckenzügen und bereits bestehenden Obstbeständen.

Gemäß eines vorbereiteten Pflanzplan wurden Pflanzlöcher für die Bäume vermessen und ausgehoben.  15 Jungbäume wurden gepflanzt. Als Unterlage dient hierbei der Bitterfelder Sämling. Alle Bäume wurden nach üblicher Praxis gepflanzt - mit Wurzelgitter als Schutz vor Wühlmäusen, einem Pflangpflahl - angebunden mit schonendem Kokosstrick - und natürlich dem "Weisseln" des Stammes als Schutz vor Stammrissen.